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Arbeitsrecht für Arbeitnehmer

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Wir bieten Ihnen qualifizierte anwaltliche Beratung rund ums Arbeitsrecht.

  • Hat Ihnen Ihr Arbeitgeber gekündigt? Hier ist sofortiger Handlungsbedarf gegeben. Insbesondere bei der Abwehr von Kündigungen, ob fristlos oder ordentlich, gelten gesetzliche Fristen, deren Versäumung Ihnen irreversibel rechtliche Nachteile bringen können. Wir helfen Ihnen, gegen eine unberechtigte Kündigung vorzugehen und gegebenenfalls eine Abfindung gegen Ihren Arbeitgeber durchzusetzen.
  • Negative Eintragungen in der Personalakte machen sich nicht gut. Wir unterstützen Sie bei der Abwehr rechtswidriger Abmahnungen.
  • Warten Sie auf Ihren Lohn oder einen Ausgleich Ihrer Überstunden? Stellt sich Ihr Arbeitgeber quer, wenn es um Ihren Urlaub geht? Wir machen ausstehende Lohn- oder Gehaltszahlungen für Sie geltend und setzen Ihre Urlaubsansprüche durch.
  • Vor der Anstellung: Wir prüfen Ihren Arbeitsvertrag auf versteckte Klauseln oder arbeiten einen Arbeitsvertrag individuell für Sie aus.
  • Nach der Anstellung: Wir prüfen Ihr Arbeitszeugnis auf unpassende Formulierungen und setzen ggf. Ihren Anspruch auf Berichtigung durch.

Aus aktuellem Anlass - Covid-19

Finanzielle Hilfen für Arbeitnehmer mit betreuungspflichtigen Kindern

Viele Arbeitnehmer leiden aufgrund der Verdienstausfälle unter existentiellen Sorgen. Dabei trifft es insbesondere Eltern mit Kindern aufgrund von Schul- und Kitaschließungen hart und stellt diese vor organisatorische Probleme. Die Bundesregierung führt daher immer weitere Gesetzänderungen ein, um diesen Familien unter die Arme zu greifen.

 

Lohnersatz wegen Schul- und Kitaschließung

Bislang erlaubte die Rechtslage Eltern mit betreuungsfähigen Kindern lediglich dann der Arbeit fernzubleiben, wenn das Kind auch tatsächlich erkrankt ist.

Bedarf das Kind während einer Krankheitsphase einer Beaufsichtigung und Betreuung, kann ein Elternteil sich dies vom Arzt attestieren lassen (sogenannte „Kindkrankschreibung“). Für diese Dauer hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Freistellung gegenüber seinem Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss für diesen Zeitraum jedoch kein Gehalt zahlen. Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf Krankengeld gegenüber der Krankenkasse (§ 45 SGB V).

Jedem Arbeitnehmer steht jährlich einen Anspruch auf 10 Tage Krankengeld pro Kind zu. Alleinerziehenden sogar einen Anspruch auf 20 Tage pro Kind. Bei drei oder mehr Kindern Anzahl der Tage jedoch auf 25 Tage im Jahr bzw. bei Alleinerziehenden auf 50 Tage beschränkt.

Für den Fall, dass das Kind nicht erkrankt ist, steht dem Arbeitnehmer weder ein Anspruch auf Freistellung noch auf Krankengeld gegenüber der Krankenkasse zu.

Aufgrund dessen soll das Infektionsschutzgesetz nun schnellstmöglich angepasst werden. Eltern, die aufgrund Schul- oder Kitaschließungen die eigenen Kindern betreuen müssen und nicht zur Arbeit können, sollen gegen übermäßige Einkommenseinbußen abgesichert werden.

Nach dem angepassten Infektionsschutzgesetz sollen Eltern eine Entschädigung von 67% des monatlichen Nettoeinkommens, bis zur maximalen Höchstgrenze von € 2.0160,00 für bis zu sechs Wochen erhalten. Die Auszahlung wird dabei weiterhin vom Arbeitgeber vorgenommen, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

Voraussetzung dafür ist

  • dass die erwerbstätigen Eltern Kinder unter 12 Jahren zu betreuen haben, weil eine Betreuung anderweitig nicht sichergestellt werden kann,
  • dass Gleitzeit- bzw. Überstundenguthaben vollständig ausgeschöpft sind.

Die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes wurde am 25.03.2020 im Bundestag verabschiedet und soll nach Möglichkeit schon Ende März in Kraft treten.

In Hessen wird die zuständige Antragsbehörde voraussichtlich das Gesundheitsamt Frankfurt am Main sein. Sobald uns in diesem Zusammenhang neue Informationen vorliegen, werden wir diese auf unserer Seite veröffentlichen.

 

Notfall-Kinderzuschlag

Familien mit niedrigen Einkommen sollen zudem die Möglichkeit haben, einen zusätzlichen monatlichen Kinderzuschlag von bis zu € 185,00 erhalten zu können. Die Höhe des Zuschlags hängt dabei vom dem Einkommen der Eltern, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder ab.

Berechnungsgrundlage für den Kinderzuschlag ist grundsätzlich das Durchschnittseinkommen der letzten sechs Monate.

Damit nun auch Familien von den Zuschüssen profitieren können, die aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig Verdienstausfälle hinnehmen müssen, plant die Bundesregierung zusätzlich einen sogenannten Notfall-Kinderzuschlag. Eltern, die ab dem 01.04.2020 einen Antrag auf Kinderzuschlag stellen, sollen nicht mehr das Einkommen der letzten sechs Monate nachweisen müssen. Aufgrund dessen lohnt sich die Beantragung daher auch für Eltern, die kurzfristig in den letzten Wochen Gehaltseinbußen hinnehmen mussten.

Die Neuregelung soll zunächst befristet bis zum 30.09.2020 gelten.

Die Beantragung ist bei der zuständigen Bundesagentur für Arbeit Online unter folgendem Link möglich:

https://con.arbeitsagentur.de/prod/kiz/ui/start

Mit diesem von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellten Onlinerechner können Sie ermitteln, ob und ggfs. in welcher Höhe Ihnen ein Anspruch auf Kinderzuschlag zusteht:

https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kiz-lotse

 

Vereinfachter Zugang zur Grundsicherung

Darüber hinaus wird der Zugang zur Grundsicherung erheblich vereinfacht.

Personen, die ab dem 01.03.2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellen und gleichzeitig erklären, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, dürfen zunächst ihr Erspartes behalten. Zusätzlich werden Ausgaben für Wohn- und Heizkosten in den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs in tatsächlicher Höhe anerkannt.

Die Regelung soll verhindern, dass Leute aufgrund zu hoher Ausgaben zum Umzug gezwungen sind.


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