Privatpersonen

Reiserecht

Sie suchen einen Anwalt, der mit Tatkraft Ihre reiserechtlichen Ansprüche durchsetzt?


Der fehlende Meerblick, der im Reiseprospekt versprochen wurde, das gebuchte Hotel, das über keinen Pool verfügt, obwohl im Reisekatalog so beworben, schlechtes Essen, Entfernung zum Strand oder Schimmel im Hotelzimmer.

Es gibt zahlreiche Dinge, die die schönsten Wochen des Jahres zum Albtraum werden lassen können. Um die Ansprüche zu sichern, muss der Reisende die Reisemängel noch am Urlaubsort beim Reiseleiter melden. Nach Rückkehr aus dem Urlaub hat der Reisende dann einen Monat Zeit die Ansprüche gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen. Ob tatsächlich ein Reisemangel vorliegt und um wieviel Prozent deshalb der Reisepreis gemindert werden kann sind Rechtsfragen, die oft nicht einfach zu beantworten sind.

Wir schätzen Ihren Fall richtig ein, beziffern Ihre Ansprüche und machen diese gegenüber dem Reiseveranstalter geltend.

Flugverspätungen sind inzwischen leider ein tägliches Phänomen. Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und mit der Europäischen Passagierrechteverordnung die Rechte des Verbrauchers gestärkt. Dies hindert die Fluggesellschaften jedoch nicht, zu versuchen, mit fadenscheinigen Ausreden um die berechtigte Entschädigung der Passagiere herumzukommen.

Wir unterstützen Sie bei der Geltendmachung Ihrer Fluggastrechte und setzen Ihre berechtigten Ansprüche durch.

AUS AKTUELLEM ANLASS - COVID-19

Aktuelles zum Reiserecht

Aufgrund des sich schnell ausbreitenden und hochansteckenden Corona-Virus (Covid-19) stellen sich nun Reisende, die einen Urlaub gebucht haben, die Frage, ob ein Reiserücktritt (Stornierung der gebuchten Reise) ohne weiteres möglich ist oder der Urlaub umgebucht werden kann und ob die Kosten für Urlaubsreisen, Kreuzfahrten, Flugtickets oder Hotelübernachtungen erstattet werden. Gleiches gilt für den Fall, wenn der Reiseveranstalter die Reise wegen der Corona Pandemie storniert.

Das Robert-Koch-Institut weist seit dem 10.04.2020 keine internationalen Risikogebiete oder besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus, da COVID-19 inzwischen weltweit verbreitet ist. In vielen Staaten gibt es Ausbrüche des Virus mit zum Teil großen Fallzahlen. Ein Übertragungsrisiko besteht daher sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit. 

Welche Rechte haben nunmehr Kunden, deren Reise oder Flug storniert wurde? Was hat es mit der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Gutscheinregelung auf sich?

Ein Überblick:

Meine bereits bezahlte Pauschalreise ist vom Reiseveranstalter wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Bekomme ich mein Geld zurück oder muss ich einen Gutschein akzeptieren, der von den Reiseveranstaltern angeboten wird?

Normalerweise gilt: Wenn der Veranstalter die Reise absagt, bekommt der Urlauber binnen 14 Tagen sein Geld zurück. Unsere Mandanten berichten, dass dies derzeit nur selten funktioniert. Oft verweigert der Veranstalter die Rückzahlung und bietet lediglich die Ausgabe eines zeitlich befristeten Gutscheins an. Hintergrund: Wenn die Reiseunternehmen gezwungen sind, ihren Kunden die gezahlten Preise für Reisen, die nicht mehr angetreten werden konnten, innerhalb von 14 Tagen zurückzuzahlen, könnte die in der derzeitigen Situation das finanzielle Aus der Unternehmen bedeuten. Auch die Bundesregierung setzt sich für eine derartige „Gutscheinlösung“ ein. 

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/im-sogenannten-corona-kabinett-der-bundesregierung-wurde-heute-folgender-beschluss-fuer-eine-gutscheinloesung-bei-pauschalreisen-flugtickets-und-freizeitveranstaltungen-gefasst--1738744

Über eine derartige Lösung müsste aber zunächst auf europäischer Ebene beschlossen werden.

Inzwischen hat der EU-Justizkommissar Didier Reynders den Gutscheinplänen eine klare Absage erteilt. Reynders erklärte, die EU-Mitgliedsstaaten müssten "sicherstellen, dass nationale Entscheidungen im Einklang mit dem EU-Recht stehen - und das lässt dem Verbraucher die Wahl zwischen Gutscheinen und der Rückerstattung der Kosten".

Es gilt daher nach wie vor die Pflicht zur Rückzahlung. Der Reisekunde muss sich also nicht mit dem Gutschein begnügen, sondern kann auf die Rückzahlung bestehen.

Mein Flug ist annulliert worden. Was ist mit meinem Geld?

Die Rechtslage ist hier ähnlich wie bei den Pauschalreisen. Die Flugkosten sind sogar innerhalb von 7 Tagen dem Reisenden zurückzuerstatten. Auch für ausgefallene Flüge werden derzeit aber vor allem Gutscheine angeboten.

Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich mich jetzt für einen Gutschein entscheide?

Auch wenn die Gutscheinlösung noch nicht gesetzlich normiert ist, können sich Kunden auch jetzt schon für Gutscheine entscheiden. Bedenken müssen diese aber, dass es für alle Gutscheine, die jetzt schon ausgestellt werden, keine Insolvenzabsicherung gibt. Eine derartige Insolvenzabsicherung hat die Bundesregierung zwar geplant, jedoch ist der Vorschlag der Bundesregierung noch nicht abschließend entschieden. Kommt es daher zur Insolvenz des Veranstalters oder Hoteliers, ist der Gutschein wertlos. Auch die zeitliche Befristung ist kritisch zu sehen, da es derzeit völlig ungewiss ist, wann überhaupt wieder gereist werden kann.

Die Entscheidung für einen Gutschein sollte also gut überdacht sein.

Ich habe eine Individualreise gebucht. Wie sehen meine Rechte aus, wenn ich die Reise wegen der Corona Krise nicht antreten kann?

Bei einer Individualreise werden meistens neben dem Flug ein Hotel oder eine Ferienwohnung sowie ein Mietwagen gebucht. Ob hier Erstattungsansprüche bestehen, wenn die Reise nicht angetreten werden kann, hängt davon ab, nach welchem Recht der Vertrag geschlossen wurde. Nach deutschem Recht muss das Geld zurückgezahlt werden, wenn das Ziel aufgrund der Reisebeschränkungen nicht mehr erreichbar oder der Aufenthalt dort nicht mehr möglich ist.

Wurde der Vertrag nach ausländischem Recht geschlossen, weil der Urlaub direkt im Reiseland gebucht wurde, muss diese Regelung nicht unbedingt gelten. Entscheiden ist dann das Recht des jeweiligen Landes.

Ich habe eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Kommt diese für eine nicht angetretene Reise wegen des Corona Virus auf?

Eine Reiserücktrittsversicherung tritt nur dann ein, wenn die gebuchte Reise aus einem versicherten Grund nicht angetreten werden kann. Dies ist z.B. bei einer unerwarteten schweren Erkrankung der Fall, wozu ein ärztliches Attest vorgelegt werden muss. Voraussetzung ist natürlich, dass die Versicherung vor der Erkrankung abgeschlossen wurde.

Hat der Reisende lediglich Angst vor einer Krankheit und will die Reise deshalb nicht antreten, zahlt die Versicherung nicht.

Sollte man eine Reise nicht antreten können, weil man sich in Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt hat, wird dies demnach als „unerwartet schwere Erkrankung“ im Sinne der Versicherungsbedingungen gelten. In diesem Fall dürfte also die Reiserücktrittsversicherung greifen. Voraussetzung ist aber, dass ein ärztliches Attest vorgelegt wird. Aus unserer Praxis ist uns allerdings bekannt, dass nicht alle Versicherer diese Auffassung teilen. Dies sollte man als Versicherungsnehmer aber nicht akzeptieren. Die Rechtslage ist aufgrund der Neuartigkeit der Situation nicht eindeutig.

Steckt man sich im Ausland mit dem Corona Virus an, dürfte nach obiger Auffassung ebenso eine Reiseabbruchversicherung einspringen, soweit diese abgeschlossen ist. Es werden dann die die Kosten für den Reiseabbruch übernommen.

Viele Versicherer lehnen ihre Eintrittspflicht bei Reiseabbrüchen ab, die durch Quarantänemaßnahmen und Reisesperren ausgelöst werden. Das gleiche gilt für Reisen, die aufgrund von Quarantänebestimmungen vor Ort nicht fortgesetzt werden können.

Letztlich wird es - wie so oft - eine Entscheidung des Einzelfalles sein, ob die Versicherungen einspringen oder nicht, je nach dem, wie die abgeschlossene Versicherung inhaltlich ausgestaltet ist und wie die allgemeinen Versicherungsbedingungen formuliert sind. 

So enthalten viele Reiserücktrittsversicherungen Klauseln, die Krankheiten, die von der WHO als Pandemie eingestuft werden, vom Versicherungsschutz ausschließen. Nachdem am 11.03.2020 Covid-19 von der WHO als Pandemie eingestuft wurde, können sich Versicherungen bei einer Erkrankung am Coronavirus nach dem 11.03.2020 bei Verträgen, die eine solche Klausel enthalten, darauf berufen, dass die Krankheit kein versicherter Rücktrittsgrund mehr ist.

Nutzen Sie unseren Service einer kostenlosen Ersteinschätzung!

Wir beraten Sie individuell und setzen Ihre Rechte gegenüber dem Reiseveranstalter oder der Reiserücktrittsversicherung durch, soweit Erfolgsaussichten bestehen. Ob dies der Fall ist prüfen wir anhand der Verträge und Bedingungen, die Sie mit dem Veranstalter oder der Versicherung vereinbart haben.

Die Erfahrung zeigt bereits jetzt, dass die Veranstalter und Versicherungen alles daran setzen, die Kunden grundsätzlich "abblitzen" zu lassen, sodass die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe angezeigt ist.

Wir bieten Ihnen unsere kostenlose Ersteinschätzung im Rahmen einer telefonischen Beratung an. Rufen Sie uns an oder kontaktiere Sie uns über unser Kontaktformular. Wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktages bei Ihnen.

 

 


Ihr Ansprechpartner

Thomas Schmitz

Rechtsanwalt

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